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Maschen zunehmen – die wichtigsten Methoden einfach erklärt

Nahaufnahme vom Vorgang, wie eine neue Masche auf der Stricknadel zugenommen wird.von KI generiert
Nahaufnahme vom Vorgang, wie eine neue Masche auf der Stricknadel zugenommen wird.von KI generiert

Maschen zunehmen gehört zu den Grundtechniken, die du für fast jedes Projekt brauchst – ob Raglan-Pullover, Sockenzwickel oder die Rundung einer Mütze. In dieser Anleitung lernst du die wichtigsten Zunahme-Methoden Schritt für Schritt kennen: die fast unsichtbare Zunahme aus dem Querfaden, den dekorativen Umschlag und das einfache Verdoppeln einer Masche. So weißt du künftig genau, welche Zunahme wann die richtige ist.

Was bedeutet „zunehmen“ beim Stricken?

Zunehmen heißt, dass du zusätzliche Maschen auf die Nadel bringst und dein Strickstück dadurch breiter wird. Das Gegenstück ist das Abnehmen. Zunahmen formen Kleidungsstücke: Sie weiten einen Ärmel, bauen den Zwickel einer Socke auf oder lassen ein Tuch von der Spitze her wachsen. Wichtig ist, die passende Methode zu wählen – manche Zunahmen bleiben nahezu unsichtbar, andere setzen bewusst ein kleines Loch als Zierde. Die Grundmaschen dafür findest du unter rechte Maschen und linke Maschen.

Die wichtigsten Zunahme-Methoden im Überblick

  • Aus dem Querfaden (M1): nahezu unsichtbar, kein Loch – die häufigste Zunahme im Inneren einer Fläche.
  • Umschlag (yo): erzeugt bewusst ein kleines Loch – für Lochmuster und dekorative Ränder.
  • Masche verdoppeln: die einfachste Methode für Anfänger – aus einer Masche werden zwei.
  • Aus der Vorreihe herausstricken: für unsichtbare Zunahmen an bestimmten Mustern.

Für die meisten Projekte reichen die ersten drei. Welche du nimmst, steht in der Anleitung – oder du entscheidest nach dem gewünschten Effekt: unsichtbar oder dekorativ.

Aus dem Querfaden zunehmen (M1) – fast unsichtbar

Die M1-Zunahme (englisch „make one“) nutzt den waagerechten Faden zwischen zwei Maschen. Sie hinterlässt kein Loch und ist deshalb die Standard-Zunahme in Flächen:

  1. Stricke bis zur Stelle, an der du zunehmen willst.
  2. Hebe mit der linken Nadel den Querfaden zwischen der letzten und der nächsten Masche von vorne auf.
  3. Stricke diesen Faden verschränkt ab (in das hintere Maschenglied einstechen) – so verdreht sich die neue Masche und das Loch schließt sich.

Wer den Faden nicht verschränkt abstrickt, bekommt ein kleines Loch. Genau das nutzt man beim Umschlag bewusst.

M1L und M1R – nach links oder rechts geneigt

Bei paarigen Zunahmen (z. B. links und rechts einer Raglanlinie) sollen sich die Maschen spiegeln. Hebst du den Querfaden von vorne auf und strickst ihn hinten ab, neigt sich die Masche nach links (M1L). Hebst du ihn von hinten auf und strickst ihn vorne verschränkt ab, neigt sie sich nach rechts (M1R). So wirkt das Zunahmepaar symmetrisch.

Umschlag als Zunahme – die dekorative Variante

Beim Umschlag legst du den Faden einfach über die rechte Nadel, ohne eine Masche abzustricken. In der nächsten Reihe wird der Umschlag wie eine normale Masche gestrickt. Dabei entsteht bewusst ein kleines Loch. Diese Zunahme ist das Herzstück jedes Lochmusters und gibt Tüchern ihre luftige Kante. Als „unsichtbare“ Zunahme in glatten Flächen ist sie dagegen ungeeignet.

Eine Masche verdoppeln – die einfachste Zunahme

Für den Einstieg ist das Verdoppeln ideal, weil es ohne Querfaden auskommt:

  1. Stricke die Masche zunächst ganz normal rechts ab – lass sie aber noch auf der linken Nadel.
  2. Steche nun ins hintere Maschenglied derselben Masche ein und stricke sie ein zweites Mal ab.
  3. Erst jetzt gleitet die Masche von der linken Nadel. Aus einer wurden zwei.

Diese Methode hinterlässt eine kleine waagerechte Struktur (einen „Knoten“) und ist damit an sichtbaren Stellen weniger unauffällig als M1 – dafür gelingt sie garantiert lochfrei.

Zunehmen am Rand oder in der Fläche?

Am Rand nimmst du meist eine Masche vom Rand entfernt zu, damit die Kante sauber bleibt und sich später gut zusammennähen lässt. In der Fläche platzierst du Zunahmen dort, wo die Form es verlangt – etwa entlang einer Raglanlinie oder rund um den Sockenzwickel. Maschenmarkierer helfen, die Zunahmestellen über viele Reihen im Blick zu behalten.

Wo Zunahmen in Projekten vorkommen

  • Raglan-Pullover: vier Zunahmelinien lassen das Passenteil gleichmäßig wachsen.
  • Sockenzwickel: nach der Käppchenferse werden am Fersendreieck Maschen wieder aufgenommen.
  • Toe-up-Socken: die Spitze wächst durch paarige Zunahmen aus wenigen Maschen heraus – Details unter Socken stricken.
  • Tücher: Umschläge an den Rändern formen die typische Dreiecksform.

Häufige Fehler beim Zunehmen

  • Ungewolltes Loch: Der Querfaden wurde nicht verschränkt abgestrickt. Immer ins hintere Maschenglied einstechen.
  • Asymmetrische Paare: Bei M1L/M1R die Richtung verwechselt – die Zunahmen neigen sich dann in dieselbe Richtung statt zu spiegeln.
  • Zu straffer Querfaden: Lässt sich kaum abstricken und verzieht die Masche. Locker aufheben.
  • Falsche Zählung: Zunahmen ohne Marker verlieren – setze Maschenmarkierer an jede Zunahmelinie.

Rechts- und linksgerichtete Zunahmen für Formgebung

Um ein symmetrisches Strickstück zu formen, wie bei einem Ärmel, sind rechts- und linksgerichtete Zunahmen essenziell. Eine rechtsgerichtete Zunahme (M1R) entsteht, indem du den Querfaden von hinten nach vorne auf die linke Nadel hebst und ihn dann von vorne in das hintere Maschenglied strickst. Eine linksgerichtete Zunahme (M1L) wird erzeugt, indem du den Querfaden von vorne nach hinten auf die linke Nadel hebst und ihn dann von hinten in das vordere Maschenglied strickst. Dies sorgt für eine spiegelverkehrte Linie.

Zunahmen aus der Masche der Vorreihe (Lifted Increases)

Bei dieser Technik wird eine neue Masche aus einem Schenkel der Masche der vorherigen Reihe gebildet. Für eine rechtsgeneigte Zunahme (RLI) hebst du den rechten Schenkel der Masche unter der eben gestrickten Masche auf die linke Nadel und strickst ihn rechts ab. Für eine linksgerichtete Zunahme (LLI) hebst du den linken Schenkel der Masche unter der nächsten zu strickenden Masche auf die linke Nadel und strickst ihn verschränkt rechts ab. Diese Methode erzeugt eine nahezu unsichtbare Zunahme.

Zunahmen im Musterbild: Unsichtbar integrieren

Zunahmen können in Mustern diskret versteckt werden, um das Maschenbild nicht zu stören. In Rippenmustern nimmst du Maschen idealerweise aus den Querfäden zwischen zwei Rippen zu und strickst die neue Masche passend zur Rippe. Bei glatt rechts gestrickten Flächen im Muster kann eine Zunahme aus dem Querfaden (M1) oder aus der Vorreihe angewendet werden. Bei Kraus rechts kann eine neue Masche einfach als rechte Masche gestrickt werden, da die Struktur Fehler gut kaschiert. Vermeide Zunahmen direkt in Zopf- oder Lochmustern, verschiebe sie in glatte Bereiche.

Häufige Fragen zum Maschen-Zunehmen

Welche Zunahme ist unsichtbar?
Die M1-Zunahme aus dem Querfaden, verschränkt abgestrickt. Sie hinterlässt kein Loch und verschwindet im glatten Gestrick.

Was ist der Unterschied zwischen M1L und M1R?
Beide nutzen den Querfaden, neigen die neue Masche aber in unterschiedliche Richtungen. M1L neigt nach links, M1R nach rechts – wichtig für symmetrische Zunahmepaare.

Warum bekomme ich ein Loch beim Zunehmen?
Weil der aufgenommene Querfaden nicht verschränkt gestrickt wurde. Stich ins hintere Maschenglied ein, dann verdreht sich die Masche und das Loch schließt sich.

Wie nehme ich mehrere Maschen auf einmal zu?
Für viele Maschen auf einen Schlag eignet sich ein Anschlag mitten in der Reihe (z. B. der Maschenanschlag mit der Nadel). Einzelzunahmen verteilst du dagegen gleichmäßig über die Reihe.

Welche Zunahme ist für Anfänger am einfachsten?
Das Verdoppeln einer Masche: Du strickst eine Masche zweimal ab, einmal normal und einmal ins hintere Maschenglied. Das gelingt garantiert lochfrei.

Ist ein Umschlag dasselbe wie eine Zunahme?
Ja, ein Umschlag erhöht die Maschenzahl – allerdings mit sichtbarem Loch. Er ist die dekorative Zunahme für Lochmuster, nicht für unsichtbare Formgebung.

Wie zähle ich Zunahmen richtig?
Setze an jede Zunahmestelle einen Maschenmarkierer und notiere dir den Rhythmus (z. B. „jede 4. Reihe zunehmen“). So behältst du auch bei langen Teilen den Überblick.

Zunehme ich in rechten oder linken Maschen?
Das hängt vom Muster ab. Die Zunahme-Technik funktioniert in beiden – die neue Masche strickst du in der Optik der umgebenden Maschen (rechts in glatt rechts, links in kraus).

Fazit

Mit drei Methoden bist du für fast jedes Projekt gerüstet: die unsichtbare M1-Zunahme aus dem Querfaden für glatte Flächen, den Umschlag für dekorative Löcher und das Verdoppeln als einfachste Variante für den Einstieg. Achte auf das verschränkte Abstricken, dann bleiben deine Zunahmen sauber und lochfrei. Wie das Gegenstück funktioniert, liest du unter Maschen abketten; die Grundmaschen findest du unter Stricken lernen.

Warum sehen meine zugenommenen Maschen oft unregelmäßig aus?
Unregelmäßigkeiten entstehen oft durch unterschiedliche Fadenspannung beim Bilden der neuen Masche oder durch die Wahl einer Methode, die nicht zur gewünschten Optik passt. Achte darauf, den Arbeitsfaden bei der Zunahme stets gleichmäßig anzuziehen.

Soll ich Zunahmen immer auf der Hinreihe machen?
Zunahmen können auch auf der Rückreihe erfolgen, besonders wenn das Strickmuster dies erfordert oder die Zunahme so unauffälliger ins Muster integriert wird. Die Anleitung gibt hier oft den besten Hinweis.

Wie vermeide ich Löcher bei Zunahmen?
Um Löcher zu vermeiden, stricke neue Maschen oft verschränkt, besonders bei Zunahmen aus Umschlägen oder Querfäden. Achte darauf, dass der aufgenommene Querfaden oder die Masche der Vorreihe fest genug ist, aber nicht zu straff gezogen wird.

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