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Maschen anschlagen: Kreuzanschlag Schritt für Schritt

Hände beim Kreuzanschlag auf einer Stricknadel neben einem Wollknäuelvon KI generiert

Maschen anschlagen ist der allererste Schritt bei jedem Strickstück – ohne Anschlag keine erste Reihe. Es gibt mehrere Methoden, doch für Anfänger und die meisten Projekte ist der elastische Kreuzanschlag (Long-Tail) die beste Wahl. In dieser Anleitung lernst du ihn Schritt für Schritt, erfährst, wie viel Faden du brauchst, und welche Alternativen wann sinnvoll sind.

Hände beim Kreuzanschlag auf einer Stricknadel neben einem Wollknäuelvon KI generiert
Der Kreuzanschlag ist elastisch und gleichmäßig – der beliebteste Anschlag.

Warum der Anschlag so wichtig ist

Der Anschlag bildet die untere Kante deines Strickstücks. Er bestimmt, wie elastisch und wie sauber dieser Rand aussieht. Ein zu fester Anschlag zieht sich zusammen, ein zu lockerer franst aus. Deshalb lohnt es sich, den Anschlag von Anfang an sauber zu üben – er ist bei jedem Projekt der erste Eindruck.

Wie viel Faden brauche ich?

Beim Kreuzanschlag arbeitest du mit einem langen Anfangsfaden, aus dem die Maschen entstehen. Als Faustregel gilt: etwa das Dreifache der geplanten Breite deines Strickstücks – lieber etwas mehr, denn ein zu kurzer Faden zwingt dich, von vorn zu beginnen. Alternativ rechnest du ca. 2–3 cm Faden pro Masche.

Kreuzanschlag (Long-Tail) Schritt für Schritt

Faden um Daumen und Zeigefinger gespannt für den Kreuzanschlagvon KI generiert
Der Faden liegt über Daumen und Zeigefinger – daraus entsteht jede Masche.
  1. Lege eine Anfangsschlinge auf die Nadel (das ist die erste Masche).
  2. Spanne den langen Faden über den Daumen, den Faden vom Knäuel über den Zeigefinger – beide Fäden in der Handfläche halten.
  3. Führe die Nadel von unten in die Daumenschlaufe, dann von oben über den Zeigefingerfaden.
  4. Ziehe diesen Faden durch die Daumenschlaufe und lass die Schlaufe vom Daumen gleiten.
  5. Zieh die neue Masche sanft fest – nicht zu stramm.
  6. Wiederhole, bis du die benötigte Maschenzahl hast.

Der Rhythmus geht schnell in Fleisch und Blut über. Wichtig: die Maschen gleichmäßig locker halten, damit die Kante elastisch bleibt.

Weitere Anschlagmethoden

  • Einfacher Anschlag (Wickelanschlag): schnell, aber weniger stabil – gut für Übungen oder als Zusatzmaschen mitten im Projekt.
  • Maschenanschlag mit zwei Nadeln (Knoten-/Strickanschlag): ergibt eine feste Kante, etwas aufwendiger.
  • Italienischer Anschlag: besonders elastisch, ideal für Bündchen an Socken und Pullovern.

Für den Start reicht der Kreuzanschlag völlig – die anderen Methoden lernst du später bei Bedarf.

Anschlag für Socken und Rundstricken

Ordentliche Reihe frisch angeschlagener Maschen auf der Nadelvon KI generiert
Eine saubere Anschlagreihe ist die Basis für jedes Projekt.

Beim Stricken in Runden (etwa für Socken oder eine Mütze) schlägst du die Maschen ebenfalls mit dem Kreuzanschlag an und verteilst sie anschließend auf das Nadelspiel oder die Rundnadel. Achte darauf, die Runde nicht verdreht zu schließen – sonst entsteht ein Ring mit Drehung statt eines glatten Schlauchs.

Typische Fehler beim Anschlagen

  • Zu fest: Die erste Reihe lässt sich kaum stricken. Lösung: locker anschlagen oder eine halbe Nummer größere Nadel nutzen.
  • Faden zu kurz kalkuliert: Mitten im Anschlag geht der Faden aus. Lösung: großzügig messen (3× Breite).
  • Ungleichmäßige Maschen: mit etwas Übung reguliert sich das – gleichmäßiger Zug ist der Schlüssel.

Gleichmäßige Spannung beim Kreuzanschlag halten

Du kontrollierst die Fäden zwischen Daumen und Zeigefinger. Vermeide es, zu fest zu ziehen. Den Daumen spreizt du nur leicht, um die untere Maschenschlaufe zu bilden. Bewege die Nadel beim Aufnehmen jeder Masche gleichmäßig. Achte darauf, dass die Maschen locker, aber ohne Spielraum auf der Nadel sitzen. Dies bildet eine definierte Unterkante und erleichtert das Stricken der ersten Reihe.

Die Fadenführung beim Kreuzanschlag optimieren

Halte den Daumenfaden und den Zeigefingerfaden mit den übrigen Fingern deiner Anschlaghand fest. Lege den Arbeitsfaden über deinen Zeigefinger und den Anschlagfaden über deinen Daumen. Dein Daumen bildet die untere Maschenschlaufe, dein Zeigefinger die obere. Achte darauf, dass die Fäden sich nicht verdrehen und parallel von der Hand zur Nadel laufen. Dies verhindert unregelmäßige Maschen.

Die erste Maschenreihe nach dem Anschlag prüfen

Direkt nach dem Anschlagen zählt du die Maschen auf der Nadel. Jede gebildete V-Form stellt eine Masche dar. Vergleiche die gezählte Anzahl mit deiner Anleitung. Überprüfe zusätzlich die Unterkante auf Gleichmäßigkeit und gleichgroße Maschen. Unregelmäßigkeiten behebst du jetzt leichter, indem du einzelne Maschen zurücknimmst, bevor du mit der ersten Strickreihe beginnst.

Häufige Fragen zum Maschen anschlagen

Welcher Anschlag ist für Anfänger am besten?
Der Kreuzanschlag (Long-Tail): elastisch, sauber und für fast alle Projekte geeignet.

Wie viel Faden muss ich vorlegen?
Etwa das Dreifache der geplanten Breite oder rund 2–3 cm pro Masche – im Zweifel großzügiger.

Zählt die Anfangsschlinge als Masche?
Ja, die erste Schlinge auf der Nadel ist bereits deine erste Masche.

Warum ist mein Anschlag so fest?
Meist wird zu stramm gezogen. Halte die Maschen bewusst locker oder schlage über eine etwas dickere Nadel an.

Kann ich mitten im Projekt Maschen zufügen?
Ja, dafür eignet sich der einfache Wickelanschlag, um zusätzliche Maschen anzuschlagen.

Welcher Anschlag ist für Bündchen ideal?
Der italienische Anschlag ist besonders dehnbar und daher perfekt für elastische Bündchen an Socken und Pullovern.

Wie viele Maschen brauche ich für einen Schal?
Für einen Anfänger-Schal etwa 30–40 Maschen, je nach Wollstärke und gewünschter Breite.

Muss ich die Maschen auf mehrere Nadeln verteilen?
Nur beim Stricken in Runden (Socken, Mütze). Für flache Stücke bleiben alle Maschen auf einer Nadel.

Fazit

Der Maschenanschlag ist schnell gelernt: Mit dem Kreuzanschlag legst du eine elastische, saubere Kante, die zu fast jedem Projekt passt. Miss genug Faden ab, halte die Maschen locker – und schon kann es mit der ersten Reihe losgehen. Als Nächstes lernst du die rechte Masche und die linke Masche; einen kompletten Überblick gibt unser Ratgeber Stricken lernen.

Wie zähle ich die angeschlagenen Maschen richtig?
Zähle die Schlaufen auf der Nadel. Jede Schlaufe, die du mit der Nadel von unten nach oben hebst, ist eine Masche. Es hilft, nach jeweils 5 oder 10 Maschen eine Zwischenkontrolle durchzuführen.

Was mache ich, wenn eine Masche beim Anschlagen von der Nadel rutscht?
Nimm die lose Schlaufe vorsichtig mit der Nadelspitze wieder auf. Kannst du die Masche nicht fassen, lasse sie zurückfallen und schlage die benötigte Maschenanzahl neu an.

Wie kann ich die Dehnbarkeit meines Kreuzanschlags beeinflussen?
Die Dehnbarkeit des Kreuzanschlags regulierst du über die Spannung. Schlage Maschen mit einer oder zwei Nadeln an, um die Grundfestigkeit zu variieren und die Elastizität zu beeinflussen.

Weiterlesen: Elastischer Maschenanschlag.

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