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Käppchenferse stricken – klassische Ferse mit Zwickel

Eine fertige Socke mit ausgeprägter Käppchenferse in der Hand, die Bumerangform ist gut sichtbar.von KI generiert

Die Käppchenferse ist die klassische und haltbarste Ferse beim Socken stricken – manche kennen sie auch als „Omaferse“. Sie besteht aus drei Teilen: Fersenwand, Käppchen und Zwickel. In dieser Anleitung strickst du die Käppchenferse Schritt für Schritt mit konkreten Maschenzahlen und lernst, wie du sie passgenau und lochfrei bekommst.

Fertig gestrickte Käppchenferse an einer Wollsocke von der Seitevon KI generiert
Die Käppchenferse mit Fersensteg, Herzkäppchen und Zwickel sitzt besonders anatomisch.

Was ist die Käppchenferse?

Die Käppchenferse gilt als die haltbarste Fersenform. Die verstärkte Fersenwand hält der Belastung im Schuh stand, und durch den Zwickel passt sich die Socke anatomisch an den Fuß an. Im Vergleich zur Bumerangferse hat sie mehr Schritte, ist dafür aber fehlerverzeihend und langlebig – ideal für Alltagssocken.

Als Beispiel dienen hier 40 Maschen (10 Maschen auf jeder der vier Nadeln), gestrickt mit vier- bis sechsfädigem Sockengarn. Die Ferse wird immer über die Nadeln 4 und 1 gearbeitet – also über die Hälfte aller Maschen. Die Nadeln 2 und 3 (der Spann) ruhen so lange.

Die drei Teile im Überblick

  1. Fersenwand (Fersensteg): ein flaches Rechteck über die halben Maschen, in Reihen hin und her gestrickt.
  2. Käppchen (Herzkäppchen): die gerundete Kappe, mit verkürzten Reihen und Abnahmen geformt.
  3. Zwickel (Spickel): seitlich aufgenommene Maschen, die wieder abgenommen werden, bis die Ausgangszahl erreicht ist.

Schritt 1: Die Fersenwand stricken

Hände stricken die Fersenwand einer Socke in Reihen mit sichtbarem Perlrandvon KI generiert
Der Perlrand entsteht, weil die Randmaschen in jeder Reihe rechts gestrickt werden.

Lege die Maschen von Nadel 4 und Nadel 1 auf eine Nadel zusammen – das ist deine Fersenwandnadel mit 20 Maschen. Der Anschlagsfaden markiert die Fersenmitte. Jetzt wird in glatt rechts hin und her gestrickt:

  • Reihenzahl: Maschenzahl der Fersenwand minus 2 – bei 20 Maschen also 18 Reihen.
  • Perlrand: In jeder Reihe die ersten zwei und die letzten zwei Maschen rechts stricken. In der Rückreihe die mittleren Maschen links, in der Hinreihe alle rechts.
  • So bildet sich am Rand in jeder zweiten Reihe ein Knötchen. Bei 18 Reihen zählst du am Ende 9 Knötchen – daran kontrollierst du die Reihenzahl.

Schritt 2: Das Käppchen abstricken

Teile die 20 Fersenmaschen gedanklich in Drittel. Geht es nicht glatt auf, kommen die Restmaschen in die Mitte – bei 20 Maschen also 6 / 8 / 6. Für die ersten Reihen helfen zwei Maschenmarkierer an den Drittelgrenzen.

Das Prinzip: Es wird immer die letzte Masche des mittleren Drittels mit der ersten Masche des Seitendrittels zusammengestrickt, dann gewendet:

  1. Hinreihe (rechte Seite): Maschen rechts bis zur Drittelgrenze, die letzte Mittelmasche und die erste Seitenmasche rechts mit Überzug zusammenstricken (erste Masche wie zum Rechtsstricken abheben, nächste rechts, abgehobene darüberziehen). Wenden.
  2. Rückreihe (linke Seite): erste Masche abheben, links bis zur Grenze, die beiden Maschen links zusammen stricken. Wenden.
  3. Nach den ersten Reihen entsteht an der Abnahmestelle eine Lücke. Ab jetzt strickst du immer die Masche vor und nach der Lücke zusammen – die Markierer kannst du entfernen.

Die Lücke wandert mit jeder Reihe weiter nach außen. Du strickst so lange, bis alle Seitenmaschen aufgebraucht sind und nur noch die 8 Maschen des mittleren Drittels übrig sind. Das Herzkäppchen ist fertig – der schwerste Teil ist geschafft.

Schritt 3: Maschen aufnehmen und den Zwickel abnehmen

Aufnehmen der Zwickelmaschen aus dem Perlrand entlang der Fersenwandvon KI generiert
Aus jedem Knötchen des Perlrands wird eine Zwickelmasche aufgenommen.

Teile die 8 Käppchenmaschen zur Hälfte auf zwei Nadeln (4 und 4). Nun nimmst du entlang der Fersenwand aus dem Perlrand Maschen auf: in jede Ecke eine, dann jeweils zwischen den Knötchen – bis du rund 11 Maschen je Seite hast. Zusammen mit den Käppchenmaschen liegen dann etwa 15 Maschen auf jeder Fersenwandnadel. Die ruhenden Nadeln 2 und 3 werden normal weitergestrickt.

Jetzt folgen die Zwickelabnahmen im Wechsel:

  • Abnahmerunde: Am Ende der ersten Fersenwandnadel die letzten zwei Maschen rechts zusammen stricken; am Anfang der zweiten Fersenwandnadel mit Überzug abnehmen.
  • Dazwischen immer eine Runde glatt rechts ohne Abnahme.
  • So reduzierst du von 15 auf 14, 13 … bis wieder 10 Maschen je Nadel erreicht sind (bei 15 Maschen sind das fünf Abnahmerunden).

Danach hast du deine ursprüngliche Maschenzahl zurück und strickst den Fuß rundum in glatt rechts weiter bis zur Spitze.

Löcher am Zwickel vermeiden

Die typische Schwachstelle sind kleine Löcher dort, wo die aufgenommenen Zwickelmaschen auf die Ruhemaschen treffen. So verhinderst du sie:

  • Beim Aufnehmen zusätzlich eine Masche aus dem Zwischenraum verschränkt aufnehmen und in der nächsten Runde verschränkt abstricken.
  • Die Übergangsmaschen an den Ecken besonders fest ziehen.
  • Konsequent in die Knötchen des Perlrands einstechen – nicht daneben.

Käppchenferse oder Bumerangferse?

Die Käppchenferse ist haltbarer und passt sich dem Fuß gut an – dafür braucht sie mehr Schritte (Wand, Käppchen, Zwickel). Die Bumerangferse ist schneller und schlichter, aber etwas weniger robust und ohne verstärkte Sohle. Für Alltagssocken, die viel getragen werden, ist die Käppchenferse meist die bessere Wahl. Details zur Alternative: Bumerangferse stricken.

Häufige Fragen zur Käppchenferse

Aus welchen Teilen besteht die Käppchenferse?
Aus Fersenwand (Fersensteg), Käppchen (Herzkäppchen) und Zwickel (Spickel). Zusammen ergeben sie eine passgenaue, haltbare Ferse.

Über wie viele Maschen wird die Fersenwand gestrickt?
Über die Hälfte aller Maschen – bei 40 Maschen also über 20 (Nadel 4 und 1). Die anderen 20 Maschen ruhen.

Wie viele Reihen hat die Fersenwand?
Als Faustregel die Maschenzahl der Fersenwand minus 2. Bei 20 Maschen sind das 18 Reihen bzw. 9 Knötchen am Perlrand.

Wie teile ich die Maschen fürs Käppchen ein?
In Drittel. Bei 20 Maschen ergibt das 6 / 8 / 6 – die Restmaschen kommen in die Mitte. Zwei Maschenmarkierer helfen am Anfang.

Was bedeutet „mit Überzug abnehmen“?
Die erste Masche wie zum Rechtsstricken abheben, die nächste rechts stricken und die abgehobene darüberziehen. Auf der linken Seite wird stattdessen links zusammengestrickt.

Wozu dient die Lücke beim Käppchen?
Sie zeigt dir, welche zwei Maschen zusammengestrickt werden – die vor und die nach der Lücke. Ab dann brauchst du keine Markierer mehr.

Warum bekomme ich Löcher am Zwickel?
Weil die Übergangsmaschen zu locker sind. Nimm eine Zwischenmasche verschränkt auf und ziehe die Ecken fest.

Ist die Käppchenferse haltbarer als die Bumerangferse?
Ja, sie gilt als robuster und passformstärker – ideal für Alltagssocken. Die Bumerangferse ist dafür schneller gestrickt.

Fazit

Die Käppchenferse ist die haltbarste und passgenaueste Fersenform: Fersenwand, Herzkäppchen und Zwickel ergeben zusammen eine Ferse, die gut sitzt und lange hält. Mit den konkreten Zahlen – 18 Reihen Fersenwand, Drittel 6/8/6, Abnahme bis 10 Maschen – gelingt sie auch Einsteigern. Achte beim Zwickel auf feste Übergänge, dann bleibt sie lochfrei. Wer es schneller mag, schaut sich die Bumerangferse an; den kompletten Ablauf zeigt Socken stricken.

Wie viele Nadeln benötige ich für die Käppchenferse?
Du benötigst in der Regel 4-5 Nadeln, je nach Größe der Socken.

Wie oft sollte ich die Maschenprobe durchführen?
Du solltest die Maschenprobe mindestens einmal vor dem Stricken der Käppchenferse durchführen.

Welche Wolle eignet sich am besten für die Käppchenferse?
Eine gute Qualität Sockenwolle mit mindestens 70% Wolle ist ideal für die Käppchenferse.

Weiterlesen: Socken-Fersen im Vergleich.

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