Die Bumerangferse – auch Jojoferse genannt – ist eine der beliebtesten Fersen beim Socken stricken. Sie wird in verkürzten Reihen gearbeitet und spart den Zwickel, wodurch sie etwas schneller geht als die klassische Käppchenferse. In dieser Anleitung lernst du die Bumerangferse Schritt für Schritt, verstehst die entscheidende Doppelmasche und erfährst, wie du die typischen Löcher an den Übergängen vermeidest.
Was die Bumerangferse ausmacht
Anders als die Käppchenferse mit Fersenwand und Zwickel wird die Bumerangferse nur über die Hälfte der Maschen (Nadel 1 und 4) in Hin- und Rückreihen gestrickt. Durch verkürzte Reihen – man strickt jede Reihe ein Stück kürzer und später wieder länger – entsteht die typische gerundete Fersenwölbung. Der Vorteil: kein Zwickel, weniger Schritte. Der Nachteil: Sie ist etwas weniger haltbar und verlangt eine gleichmäßige Fadenspannung. Wie sie sich zur Alternative verhält, liest du unter Käppchenferse stricken.
Ein Pluspunkt: Die Bumerangferse funktioniert in beide Strickrichtungen. Du kannst sie klassisch von oben (cuff-down) arbeiten oder bei der Toe-up-Methode von der Spitze her – der Ablauf der verkürzten Reihen bleibt identisch. Genau deshalb ist sie bei Magic-Loop-Socken so beliebt.
Vorbereitung: Maschen aufteilen
Die Bumerangferse wird über die Maschen von Nadel 1 und 4 gearbeitet, also die halbe Gesamtmaschenzahl. Bei 60 Maschen sind das 30 Fersenmaschen. Diese teilst du gedanklich in drei Drittel (z. B. 10/10/10). Geht die Zahl nicht glatt auf, kommen die überzähligen Maschen in die Mitte (z. B. 10/12/10). Die genaue Aufteilung findest du auch in jeder Sockentabelle. Zwei Maschenmarkierer helfen, die Abschnitte im Blick zu behalten.
Maschenzahl für gängige Sockengrößen
Die Fersenmaschen sind immer die Hälfte der Gesamtmaschen. Diese Werte gelten für 4-fädige Sockenwolle (Lauflänge ca. 400 m / 100 g) und Nadelstärke 2,5 mm:
| Schuhgröße | Maschen gesamt | Fersenmaschen | Drittel-Aufteilung |
|---|---|---|---|
| 34/35 | 52 | 26 | 9 – 8 – 9 |
| 36/37 | 56 | 28 | 9 – 10 – 9 |
| 38/39 | 60 | 30 | 10 – 10 – 10 |
| 40/41 | 64 | 32 | 11 – 10 – 11 |
| 42/43 | 68 | 34 | 11 – 12 – 11 |
| 44/45 | 72 | 36 | 12 – 12 – 12 |
Faustregel: Das mittlere Drittel bleibt am Ende der ersten Fersenhälfte als glatte Mitte stehen, die beiden äußeren Drittel werden zu Doppelmaschen. Geht die Zahl nicht glatt auf, gib die überzähligen Maschen in die Mitte.
Die Doppelmasche – das Herzstück
Die Doppelmasche (auch „doppelte Masche“) verhindert Löcher an den Wendestellen. So geht sie:
- Nach dem Wenden liegt der Arbeitsfaden vor der Nadel.
- Steche von rechts in die erste Masche ein und hebe sie ab (nicht stricken).
- Zieh den Faden straff nach oben, sodass sich die Masche fest über die Nadel legt und wie zwei überkreuzte Schlaufen aussieht – daher „Doppelmasche“.
Wichtig: Das straffe Ziehen ist entscheidend – es zieht die Wendestelle zusammen und verhindert das Loch.
Erste Fersenhälfte: verkürzte Reihen
- Stricke die 30 Fersenmaschen auf eine Nadel. Wende die Arbeit.
- Mache die erste Masche zur Doppelmasche, dann stricke die restlichen Maschen bis zum Ende links. Wende.
- Wieder Doppelmasche, dann alle Maschen bis zur letzten Doppelmasche rechts. Wende.
- So arbeitest du hin und her, wobei an jedem Rand eine weitere Doppelmasche stehen bleibt.
- Wiederhole, bis auf beiden Seiten je 10 Doppelmaschen liegen und in der Mitte nur noch die einfachen Maschen (bei 30 also 10 Mitte).
Nun ist die erste Fersenhälfte fertig – die Wölbung nach innen ist geschafft.
Zweite Fersenhälfte: spiegelverkehrt zurück
Jetzt wird die Ferse wieder „aufgefüllt“: Du strickst die mittleren Maschen ab, nimmst dann von jeder Seite abwechselnd eine Doppelmasche mit dazu und strickst sie zusammen. Dabei stets darauf achten, beim Zusammenstricken beide Schlaufen der Doppelmasche zu erwischen. So arbeitest du dich Reihe für Reihe nach außen, bis alle Doppelmaschen aufgebraucht sind und du wieder die ursprüngliche Maschenzahl auf der Nadel hast.
Löcher vermeiden – die wichtigsten Tipps
- Doppelmasche immer straff ziehen – das ist die Hauptursache für saubere Wendestellen.
- Am Übergang zum Schaft eine Masche mit aufnehmen und festziehen, um die typische Lücke zu schließen.
- Zwei Zwischenrunden über alle Maschen zwischen den Fersenhälften ergeben einen sauberen Übergang.
- Beim Zusammenstricken der Doppelmaschen wirklich beide Schlaufen fassen – sonst entsteht ein Loch.
Bumerangferse verstärken – für mehr Haltbarkeit
Weil die Bumerangferse flächig auf einer einzigen Maschenlage aufliegt, nutzt sie sich an der Ferse schneller ab als die doppellagige Käppchenferse. Drei einfache Kniffe verlängern die Lebensdauer deutlich:
- Beilauffaden mitführen: Stricke die Fersenmaschen zusammen mit einem dünnen Verstärkungsgarn (Beilaufgarn, oft im Sockenwoll-Set dabei). Das verdoppelt die Fadenlage genau an der Belastungsstelle, ohne dass die Ferse dicker aufträgt.
- Etwas fester stricken: Eine leicht straffere Fadenspannung in der Ferse macht das Gestrick dichter und widerstandsfähiger – und schließt zugleich die Wendelöcher.
- Rechtzeitig stopfen: Wird die Stelle dünn, mit Sockenwolle oder Stopfgarn nacharbeiten, bevor ein echtes Loch entsteht. So halten Lieblingssocken jahrelang.
Bumerangferse oder Käppchenferse?
Die Bumerangferse ist schneller und schlicht, weil der Zwickel entfällt. Die Käppchenferse gilt als haltbarer und passformstärker. Anfängern wird die Bumerangferse oft empfohlen – allerdings ist die gleichmäßige Fadenspannung die eigentliche Hürde. Probiere beide aus; viele haben am Ende einen klaren Favoriten.
Häufige Fragen zur Bumerangferse
Über wie viele Maschen wird die Bumerangferse gestrickt?
Über die Hälfte aller Maschen (Nadel 1 und 4), also z. B. 30 von 60. Diese werden gedanklich in drei Drittel geteilt.
Was ist eine Doppelmasche?
Die erste Masche nach dem Wenden wird mit dem Faden vorn straff abgehoben, sodass sie wie zwei überkreuzte Schlaufen aussieht. Sie verhindert Löcher an den Wendestellen.
Warum bekomme ich Löcher an der Bumerangferse?
Meist, weil die Doppelmasche nicht straff genug gezogen oder beim Zusammenstricken nicht beide Schlaufen erfasst wurden. Beides fest und genau arbeiten.
Ist die Bumerangferse gut für Anfänger?
Sie hat wenige Schritte, verlangt aber gleichmäßige Fadenspannung. Wer eher fest strickt, kommt oft gut zurecht.
Was ist der Unterschied zur Käppchenferse?
Die Bumerangferse spart den Zwickel und geht schneller; die Käppchenferse ist haltbarer und passformstärker.
Wie teile ich die Fersenmaschen auf?
In drei möglichst gleiche Drittel. Überzählige Maschen kommen in die Mitte (z. B. 10/12/10 bei 32 Maschen).
Brauche ich Maschenmarkierer?
Sie sind hilfreich, um die Fersenabschnitte und Übergänge zu markieren – Pflicht sind sie nicht, wenn du dir die Stellen gut merkst.
Warum zwei Zwischenrunden?
Sie schaffen zwischen den beiden Fersenhälften einen sauberen, lochfreien Übergang zum Fuß.
Kann ich die Bumerangferse auch von der Spitze (toe-up) stricken?
Ja. Die verkürzten Reihen funktionieren in beide Richtungen. Bei Toe-up-Socken arbeitest du die Ferse genauso über die halbe Maschenzahl – nur eben nachdem der Fuß fertig ist und bevor der Schaft folgt.
Wie mache ich die Bumerangferse haltbarer?
Führe ein dünnes Verstärkungsgarn (Beilauffaden) durch die Fersenmaschen mit, stricke etwas fester und stopfe dünne Stellen frühzeitig nach. So gleichst du die geringere Haltbarkeit gegenüber der Käppchenferse aus.
Fazit
Die Bumerangferse ist eine schnelle, elegante Ferse ohne Zwickel – ihr Geheimnis ist die straff gezogene Doppelmasche. Arbeite die verkürzten Reihen bis zu 10 Doppelmaschen je Seite und fülle die Ferse dann spiegelverkehrt wieder auf. Achte auf die Übergänge, dann bleibt sie lochfrei. Die Alternative erklärt Käppchenferse stricken, den Gesamtablauf Socken stricken.
Wie viele Maschen benötige ich für Schuhgröße 38?
Für Schuhgröße 38 benötigst du etwa 60-70 Maschen.
Welche Nadelstärke ist für eine Bumerangferse geeignet?
Eine Nadelstärke von 2,5 bis 3,5 mm ist ideal für eine Bumerangferse.
Wie kann ich meine Ferse und Spitze verstärken?
Du kannst deine Ferse und Spitze verstärken, indem du eine zusätzliche Reihe mit doppelter Maschenzahl strickst.
Weiterlesen: Socken-Fersen im Vergleich.
