Ein Pullunder stricken – der ärmellose Pullover – ist der ideale Einstieg in größere Kleidungsstücke: Er hat keine Ärmel, dadurch weniger Formgebung, und ist trotzdem ein vollwertiges Teil zum Anziehen. In dieser Anleitung erfährst du, wie ein Pullunder aufgebaut ist, wie du Vorder- und Rückteil strickst, den V- oder Rundausschnitt formst und alles sauber zusammenfügst.
von KI generiertWarum ein Pullunder ein gutes erstes Kleidungsstück ist
Weil die Ärmel wegfallen, ist der Pullunder das einfachste größere Projekt: Du strickst im Wesentlichen zwei Rechtecke (Vorder- und Rückteil) mit Armausschnitten und einem Halsausschnitt. Damit übst du Zunahmen, Abnahmen und das Zusammennähen, ohne dich an Ärmeln zu verheddern. Die Grundtechniken findest du unter Stricken lernen.
Das brauchst du
- Wolle: je nach Modell und Größe 300–500 g; eine glatte Wolle in mittlerer Stärke (Nadelstärke 4–5 mm) ist gut zu verarbeiten.
- Nadeln: gerade Nadeln oder Rundnadel; für den Halsausschnitt oft zusätzlich eine kurze Rundnadel oder Nadelspiel.
- Eine passende Anleitung mit Größentabelle – Kleidungsstücke brauchen eine Maschenprobe, damit die Größe stimmt.
Die Maschenprobe ist Pflicht
von KI generiertBei Kleidungsstücken entscheidet die Maschenprobe über die Passform. Stricke ein Probequadrat (z. B. 10 × 10 cm) im Hauptmuster, miss die Maschen- und Reihenzahl und vergleiche sie mit der Anleitung. Stimmt sie nicht, wählst du eine andere Nadelstärke. Nur so passt der fertige Pullunder – überspringe diesen Schritt nicht, auch wenn er lästig wirkt.
Aufbau: Vorderteil und Rückteil
- Bündchen: Beide Teile beginnen unten mit einem Rippenbündchen (z. B. 2 re, 2 li) für einen elastischen, sauberen Abschluss.
- Gerader Teil: Danach strickst du glatt rechts (oder im Muster) gerade nach oben bis zu den Armausschnitten.
- Armausschnitte: An beiden Seiten kettest du einige Maschen ab und nimmst in den folgenden Reihen weitere ab, sodass die typische Rundung entsteht.
- Halsausschnitt: Beim Vorderteil formst du früher den Ausschnitt (siehe unten), beim Rückteil erst weiter oben.
- Schultern: Die Schultermaschen abketten – sie werden später mit dem Rückteil verbunden.
V-Ausschnitt oder Rundausschnitt
von KI generiert- V-Ausschnitt: Du teilst das Vorderteil in der Mitte und nimmst beidseitig regelmäßig ab, sodass ein sauberes „V“ entsteht. Klassisch und figurfreundlich.
- Rundausschnitt: In der Mitte kettest du einen Teil der Maschen ab und rundest die Kanten mit Abnahmen – die schlichte Variante.
Beim V-Ausschnitt achtest du auf gleichmäßige Abnahmen links und rechts, damit beide Seiten spiegelbildlich verlaufen.
Zusammenfügen und Blenden
Zum Schluss werden Schultern und Seitennähte zusammengenäht (Matratzenstich für unsichtbare Nähte). Anschließend fasst du Halsausschnitt und Armausschnitte mit einer Blende ein: Dazu nimmst du entlang der Kanten Maschen auf, strickst einige Runden Rippen und kettest elastisch ab. Diese Blenden geben dem Pullunder den professionellen, sauberen Look.
Typische Fehler beim Pullunder
- Maschenprobe übersprungen: häufigster Grund für einen zu großen oder kleinen Pullunder. Immer vorher prüfen.
- Ungleiche Ausschnitt-Abnahmen: beide Seiten exakt spiegelbildlich arbeiten.
- Zu fest abgekettete Blenden: Hals- und Armblenden müssen dehnbar bleiben – elastisch abketten.
- Grobe Nähte: mit dem Matratzenstich Masche für Masche verbinden.
Passform und Größe
Um einen Pullunder mit guter Passform zu stricken, solltest du deine Körpermessungen ermitteln und diese mit den Maßen des Pullunders abgleichen. Ein Pullunder sollte etwa 10-15 Zentimeter kleiner sein als die Körpermessungen, um eine bequeme Passform zu gewährleisten. Die Länge eines Pullunders hängt von der bevorzugten Stilrichtung ab, kann aber in der Regel zwischen 60-80 Zentimetern liegen.
Häufige Fragen zum Pullunder stricken
Ist ein Pullunder für Anfänger geeignet?
Ja, als erstes größeres Kleidungsstück – weil die Ärmel wegfallen, ist er einfacher als ein Pullover. Grundkenntnisse in Zu- und Abnehmen sollten vorhanden sein.
Wie viel Wolle brauche ich?
Je nach Größe und Muster etwa 300–500 g. Die genaue Menge steht in der jeweiligen Anleitung.
Warum ist die Maschenprobe so wichtig?
Sie entscheidet über die Passform. Nur mit korrekter Maschen- und Reihenzahl stimmt am Ende die Größe.
V-Ausschnitt oder Rundausschnitt – was ist einfacher?
Der Rundausschnitt ist etwas schlichter; der V-Ausschnitt verlangt gleichmäßige, spiegelbildliche Abnahmen, ist aber gut machbar.
Muss ich einen Pullunder zusammennähen?
Bei der klassischen Variante ja (Schultern und Seiten). Es gibt auch nahtlose Konstruktionen von oben, die aber etwas anspruchsvoller sind.
Wie forme ich den Armausschnitt?
Indem du an beiden Seiten einige Maschen abkettest und in den Folgereihen weitere abnimmst, bis die gewünschte Rundung entsteht.
Wie bekomme ich saubere Kanten am Ausschnitt?
Durch aufgenommene Maschen und eine kurze Rippenblende, die elastisch abgekettet wird.
Kann ich einen Pullunder in Runden stricken?
Ja, von unten als Schlauch bis zu den Armausschnitten, danach Vorder- und Rückteil getrennt. Das spart die Seitennähte.
Fazit
Der Pullunder ist der sanfte Einstieg in gestrickte Kleidung: zwei Teile, Arm- und Halsausschnitt, zusammennähen, Blenden anstricken – fertig. Mach unbedingt eine Maschenprobe, arbeite die Ausschnitt-Abnahmen spiegelbildlich und ketten die Blenden elastisch ab. Die nötigen Grundlagen findest du unter Stricken lernen, passende Muster unter Zopfmuster und Perlmuster.
Wie viele Reihen sollte ich für den Ärmel stricken?
Etwa 15-20 Reihen sollten für den Ärmel eines Pullunders gearbeitet werden, abhängig von der Größe und dem Design.
Welche Nadelstärke ist für ein weiches Ergebnis geeignet?
Eine Nadelstärke von 3-4 mm ist ideal für ein weiches und bequemes Ergebnis beim Stricken eines Pullunders.
Wie kann ich vermeiden, dass mein Pullunder zu eng wird?
Um zu vermeiden, dass dein Pullunder zu eng wird, solltest du regelmäßig die Maschenprobe überprüfen und gegebenenfalls die Nadelstärke anpassen oder mehr Maschen anschlagen.
