Kostenloser Versand ab 99 € · 3–5 Tage Lieferzeit · Ab 3 Tassen -10% Rabatt

Toe-up Socken stricken – von der Spitze zum Bündchen

Eine Toe-up-Socke wird von der Spitze aus auf einem Nadelspiel gestrickt, die Maschen sind sichtbar.von KI generiert
Eine Toe-up-Socke wird von der Spitze aus auf einem Nadelspiel gestrickt, die Maschen sind sichtbar.von KI generiert

Toe-up-Socken strickst du von der Spitze zum Bündchen – also genau andersherum als die klassische Socke von oben. Diese Methode hat einen großen Vorteil: Du kannst jederzeit anprobieren und den Schaft genau so lang machen, wie die Wolle reicht. In dieser Anleitung lernst du den Ablauf Schritt für Schritt: den Anschlag an der Spitze, die Zunahmen, die Ferse in verkürzten Reihen und das elastische Abketten am Schluss.

Was bedeutet Toe-up?

„Toe-up“ heißt „von der Spitze aufwärts“. Du beginnst mit wenigen Maschen an den Zehen, nimmst zur vollen Maschenzahl zu, strickst den Fuß, arbeitest die Ferse und endest oben am Bündchen. Die klassische Gegenrichtung – von oben nach unten – findest du unter Socken stricken. Beide führen zur fertigen Socke, unterscheiden sich aber im Anschlag, in der Ferse und im Abschluss.

Vorteile von Toe-up-Socken

  • Anprobieren jederzeit möglich: Du siehst direkt, ob Fuß und Schaft passen.
  • Wolle voll ausnutzen: Du strickst den Schaft, bis das Garn fast alle ist – ideal bei knappen Restmengen.
  • Kein Maschenstich nötig: Die Spitze entsteht am Anfang durch Zunahmen statt durch eine geschlossene Naht.
  • Symmetrisches Paar: Beide Socken werden garantiert gleich lang, weil du nach Maß und nicht nach Restwolle rätst.

Der Anschlag an der Spitze

Toe-up beginnt mit einem geschlossenen Anschlag, der ohne Loch an der Zehe auskommt. Am verbreitetsten ist der Turkish Cast-On (auch als „Judy’s Magic Cast-On“ bekannt): Du legst den Faden doppelt um die beiden Nadeln einer Rundnadel und strickst so beide Seiten der Spitze gleichzeitig an. Typisch sind je 8 Maschen auf oberer und unterer Nadel, also 16 zum Start. Das gelingt besonders gut in Magic Loop.

Die Spitze zunehmen

Aus den 16 Anschlagmaschen wächst die Spitze durch paarige Zunahmen zur vollen Fußbreite:

  1. Stricke eine Runde glatt rechts über alle Maschen.
  2. In der nächsten Runde nimmst du an vier Stellen zu – jeweils am Anfang und Ende von oberer und unterer Nadel eine Masche aus dem Querfaden. So bleibt die Spitze symmetrisch. Die Technik dazu steht unter Maschen zunehmen.
  3. Wechsle Zunahme- und glatte Runden ab, bis du deine Zielmaschenzahl erreicht hast (meist 56–68 für Erwachsene).

Danach strickst du ohne weitere Zunahmen gerade weiter – der Fuß beginnt.

Den Fuß in Runden stricken

Der Fuß ist der einfachste Teil: glatt rechts in Runden, bis das Gestrick etwa an der Ferse angekommen ist. Probiere zwischendurch an – die Ferse beginnt ungefähr dort, wo dein Knöchel ansetzt. Weil du toe-up arbeitest, kannst du die Fußlänge exakt am eigenen Fuß abmessen, statt nach Tabelle zu rechnen.

Die Ferse bei Toe-up-Socken

Für Toe-up eignet sich besonders die Bumerangferse in verkürzten Reihen, weil sie in beide Strickrichtungen funktioniert und keine aufgenommenen Maschen braucht. Du arbeitest sie über die Maschen der unteren Nadel (die halbe Maschenzahl), genau wie bei der Socke von oben – nur eben nachdem der Fuß fertig ist. Die komplette Anleitung dazu findest du unter Bumerangferse stricken. Alternativ ist eine Herzchenferse mit Zwickel möglich.

Schaft und Bündchen

Nach der Ferse strickst du den Schaft glatt rechts in Runden – so lang, wie du möchtest oder wie die Wolle reicht. Zum Abschluss folgt das Bündchen im Rippenmuster (2 rechts, 2 links) über etwa 3–4 cm, damit die Socke oben gut sitzt.

Elastisch abketten – der wichtigste Schritt

Bei Toe-up-Socken sitzt das Abketten oben am Bündchen – und muss dehnbar sein, sonst passt die Socke nicht über die Ferse. Ein normales Abketten ist zu fest. Nutze stattdessen ein elastisches Abketten: Bei jeder Masche machst du vor dem Überziehen einen Umschlag oder strickst die Maschen locker verschränkt zusammen. So bleibt die obere Kante genauso dehnbar wie ein Bündchen von oben.

Toe-up oder von oben – was ist besser?

Beides ist gleichwertig, es ist Geschmackssache. Toe-up punktet beim Anprobieren und beim Ausnutzen knapper Wolle. Von oben (cuff-down) ist der verbreitetere Weg, für den es die meisten Anleitungen gibt, und endet mit der vertrauten Bandspitze. Viele stricken erst von oben und probieren toe-up später aus. Wer Angst hat, mitten in der Socke die Wolle auszugehen, ist mit toe-up klar im Vorteil.

Häufige Fragen zu Toe-up-Socken

Was heißt Toe-up beim Sockenstricken?
Toe-up bedeutet, von der Zehenspitze aufwärts zum Bündchen zu stricken – die umgekehrte Richtung zur klassischen Socke von oben.

Welcher Anschlag ist für Toe-up am besten?
Der Turkish Cast-On beziehungsweise Judy’s Magic Cast-On. Er erzeugt eine geschlossene Spitze ohne Loch und strickt beide Seiten gleichzeitig an.

Welche Ferse passt zu Toe-up?
Am einfachsten die Bumerangferse in verkürzten Reihen, weil sie ohne aufgenommene Maschen auskommt und in beide Richtungen funktioniert.

Warum muss ich bei Toe-up elastisch abketten?
Weil die Abkettkante oben am Bündchen liegt und über die Ferse passen muss. Ein normales Abketten wäre zu fest und ließe sich nicht über den Fuß ziehen.

Brauche ich für Toe-up eine Rundnadel?
Der Turkish Cast-On gelingt am besten in Magic Loop mit einer langen Rundnadel. Mit dem Nadelspiel ist es möglich, aber der Start ist fummeliger.

Kann ich bei Toe-up die Wolle besser ausnutzen?
Ja. Weil der Schaft zuletzt kommt, strickst du einfach, bis das Garn fast aufgebraucht ist – perfekt für knappe Restmengen.

Wie viele Maschen schlage ich an?
Typisch sind 16 Maschen (je 8 oben und unten). Daraus nimmst du bis zur vollen Fußbreite von meist 56–68 Maschen zu.

Ist Toe-up für Anfänger geeignet?
Ja, mit etwas Übung beim Anschlag. Wer zum ersten Mal Socken strickt, findet den anfängerfreundlichen Einstieg unter Socken für Anfänger.

Fazit

Toe-up-Socken geben dir die volle Kontrolle: Du probierst jederzeit an, nutzt die Wolle bis zum letzten Meter und endest mit einer dehnbaren Bündchenkante. Der Schlüssel sind der geschlossene Anschlag an der Spitze, die paarigen Zunahmen und das elastische Abketten am Schluss. Die Ferse übernimmt die Bumerangferse, den Gesamtüberblick liefert Socken stricken.

Wie viele Maschen soll ich für eine Schuhgröße 38 haben?
Für eine Schuhgröße 38 solltest du etwa 60-70 Maschen haben.

Welche Nadelstärke ist für eine dicke Sockenwolle geeignet?
Eine Nadelstärke von 3,5 mm ist für eine dicke Sockenwolle geeignet.

Wie kann ich mich vergewissern, dass beide Socken gleich sind?
Du kannst dir helfen, indem du beide Socken gleichzeitig strickst und die Anzahl der Runden und Maschen für jede Socke notierst.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert